den weglosen Weg…

von 29.05.2018allgemein0 Kommentare

…zu beschreiten und zu begleiten, den Wandel im Herzen zu vollziehen ist mein Angebot

Oft werde ich gefragt, was ich gelernt habe oder bei wem ich eine Ausbildung gemacht habe, dass ich sowas anbieten kann… Meine Antwort ist dann: „Die Frage die sich da stellt müsste eigentlich heißen: Was hab ich alles losgelassen, dass die Verbindung so klar sein kann…“

Ich fang mal ganz vorne an:

Als Kind gibt es Dinge und Wahrnehmungen, die man niemals in Frage stellen würde und die so selbstverständlich sind, dass es keine Frage dazu gibt. Meine Wahrnehmung als Kind war völlig sonnenklar: ich bin nicht allein, alles was ich anfassen kann reagiert auf mich, es gibt vieles was ich zwar nicht sehen kann, was aber trotzdem ist… usw. usw. Da erzähle ich vielen Lesern bestimmt nichts Neues.

Dieses Bewusstsein von Geborgenheit und Gemeinsamkeit, von Wesenhaftigkeit und Wirksamkeit ist auf eine Art jedem Kind eigen, nur dass es nicht direkt im Wach-Bewusstsein ist und in einer Form selbstverständlich, dass eben gar kein Frage gestellt werden kann. Der scheinbare Weg den wir dann gehen dient einzig und allein dazu diese Wahrhaftigkeiten so unterscheiden zu lernen, dass man es benennen kann und damit in das komunizierbare Bewusstsein holt. Erst dann kann man solche Möglichkeiten anwenden.

Da gibt es natürlich genauso viel unterschiedliche Wege wie Menschen auf der Welt.

Eine Möglichkeit ist die der „positiven Verstärkung“. Das heißt wenn man als Vater oder Mutter von seinem kind hört: „Mama da sind kleine, fliegende Menschen im Garten“, dann könnte man sagen: Ja? wie sehen die denn aus? Das motiviert Kinder diese Wahrnehmung ernst zu nehmen und zu beschreiben, was ein Repertoire von Unterscheidungs-Möglichkeit erstellt.

In den Kinderköpfen entsteht also garnicht erst eine Frage sondern es gibt eine direkte Verbindung zur Wahrnehmung – und damit Herzensverbindung.

In meinem Fall passierte das was wohl vielen Erwachsene bekannt ist: „Ach, Du Träumer, da ist nichts…“ Über solche Aussagen meiner Eltern entstand eine Frage in meinem Kopf, die aus dem noch wenig programmierten Verstand nicht beantwortbar war: „Was war das aber dann?“.

Das ist nur ein Beispiel

…für unzählige Gegebenheiten, wo meine Wahrnehmung nicht ernstgenommen oder negiert wurde. Meine Eigenart war und ist es, das gleiche dann nicht mehr anzusprechen, für mich aber die Erfahrung zu bewahren und einfach danach zu suchen, was das gewesen sein muss.

Man hat mich also bald als unbeteiligt und zurückgezogen wahrgenommen, weil ich zum einen die Welt da draussen nicht verstehen konnte und zum anderen soviel Erfahrungen in mir waren die bewahrt werden mussten.

Über das „zurückgezogen sein“ verstärkten sich zum einen diese seltsamen Erfahrungen und gleichzeitig wurde es mir immer schwerer direkt in Kontakt zu sein – einfach deswegen, weil ich meine Sichtweise nicht mitteilen konnte.

Der Gipfel der Ablehnung

…war ein Moment, indem ich -ohne dass mein Wachbewusstsein beteiligt war- meinen Vater „regulierte“ und ich von einer Ohrfeige wieder zurückgeholt wurde. Ich weiß bis heute nicht, was ich da genau gesagt habe. Ich weiß aber, dass es den Nagel präzise auf den Kopf getroffen hat und als „Unverschämtheit“ wahrgenommen wurde.

In diesem Moment entschied ich diesen „Kanal“ zu schließen, in so eine Situation wollte ich nicht mehr kommen.

Ich nahm mich selbst als unfähig, falsch und unbrauchbar wahr, weil diese Welt offensichtlich anders funktionierte als ich es wahrnehmen konnte. Ich hatte das Gefühl weit von mir entfernt sein zu müssen um in dieser Welt „jemand“ zu sein. Ich mühte mich redlich und versagte am laufenden Meter, bis ich in mir eine Erinnerung entdeckte die ich dann auch umsetzen konnte: Ich entschied mich Schreiner zu „werden“ (wo ich in mir jedoch das Gefühl hatte ich bin es schon, ich muss mich nur erinnern – aber das hab ich natürlich niemandem gesagt.)

Heute weiß ich, dass ich schon mehrere Leben als Holzhandwerker verbracht habe und ich immer wieder auf diesen Erfahrungsschatz zurückgreifen kann. Problem war nur, dass es mich schnell langweilte und ich immer noch die unbeantworteten Fragen in mir hatte. Gleich dazugesagt, dass ich als Schreiner wieder und wieder Erfahrungen hatte, die mir das gleiche zeigten – die Welt ist wesenhaft. Ich konnte das nicht „verkaufen“ – auch deswegen, weil ich es selber in Frage stellte.

Es gab dann einen Moment in meinem Studium zum Innenarchitekten, indem ich so depressiv war, dass ich auf dem Bett lag und mich nicht mehr bewegen konnte. Es fehlte mir jegliche Motivation nur das Atmen funktionierte -Gott sei Dank- von selbst. Ich weiß noch genau, dass die letzte Entscheidung in mir war: Gut, ich kann mich nicht mehr Bewegen, es gibt keinen Grund mehr auf zu stehen – dann bleibt mir nur noch „Ja“ zu sagen – es bedeutete für mich den Tod. Es war ein wunderbares Gefühl von Entspannung und ich schlief um fünf Uhr Nachmittags ein mit der Gewissheit, dass ich nicht mehr aufwache.

Stimmt nicht, denn da bin ich immer noch und schreibe diesen Artikel ;o)
Ich wachte zwei Uhr morgens auf, war voll motiviert und erledigte die Aufgabe, die um 8 Uhr morgens abzugeben war.

Die nächsten fünfundzwanzig Jahre dienten dann dazu durch immer wiederkehrende Erfahrungen und Fragestellungen wieder dahin zurückzukehren wo ich als Kind selbstverständlich war: in die direkte Verbindung.

Blog abonnieren

Ein Weg den ich an vielen Stationen nicht verstanden habe,

…der mir heute immer noch ein Rätsel ist und der zu nichts anderem dient als da anzukommen, wo man immer schon gewesen ist: In dieser entspannten, kindlichen Haltung, die nichts zu etwas wichtigem erklärt und alles mit voller Präsenz begleitet.

Also der Weg entsteht im gehen und erlaubt uns lebendig zu sein und sich selbst als Geschenk an diese Welt einzubringen. Der Inhalt des Weges hat dabei keine besondere Wichtigkeit und hat nur das eine Ziel dahin zu kommen wo wir schon sind. Deswegen: der weglose Weg.

….und das ist meine Passion, mein Tun

…die Menschen zu erinnern an die Selbstverständlichkeit des Lebens und an Ihr wertvolles Dasein, weil es genau in der Form wie es ist, gebraucht wird.

Das was mich am stärksten bewegt und verändert hat in meinem Leben, war meine Visions-Suche, also ein 12-tägiger Prozess, fastend in der Natur, wo ich mich selbst als Natur erkennen und in mir die starke Verbindung zu Mutter Erde fühlen konnte. In diesem Sinne sehe ich meine Arbeit: Wir sind die Erde – und so ist auch die momentane Ausdrucksform. Es liegt in unserer Hand wie die Erde morgen aussieht nicht durch puren Aktionismus sondern durch die Bereitschaft in unserem Herzen etwas neues zuzulassen… dazu mehr im nächsten Artikel >>>.

Blick in eine andere Welt
Unbeantwortete Frage

Unbeantwortete Frage

Wir bewegen uns auf eine neue Zeit zu, ob wir das annehmen wollen oder nicht. Neu heißt auch tatsächlich neu - also sie kommt aus dem Unbekannten (Gott sei dank) und sie geht ins Unbekannte. Alles was wir kennen, hat auf eine bestimmte Weise ausgedient und wird an vielen Stellen schon als endlich durchschaut… an anderen Stellen aber noch nicht! ...
Lesen Sie mehr