unSchuld

von | 27.01.2019 | Heilung | 0 Kommentare

Wir kommen in kindlicher Unschuldigkeit auf diese Welt, staunen und sind bereit für Abenteuer mit einem inneren Forscherdrang, der uns ständig motiviert diese Welt zu be-greifen. nichts ist vor uns sicher, es gibt keine Grenze, keine Gefahr, kein Besitztum und vor allem: keine Schuld!

Motivation
Ein ganz persönliches Thema treibt mich, diesen Artikel zu schreiben – eine permanente Frage in mir, seit ich auf der Welt bin – und jetzt eine körperliche Darstellung die drängend wieder die Frage aufwirft: Was ist Heilung? Im theoretischen Sinn hab ich mich schon in einem anderen Artikel damit beschäftigt – und darum soll es heute nicht gehen – sondern diesmal ist es eine sehr konkrete Anwendung. Es geht um mein Knie und das, was dahintersteht. Vielleicht kennt das Thema ja jemand… ;o)

Die Geschichte
Ich bewege mich gerne und viel – in emotionalen Spannungsfeldern ist „Draussen-Sein“ Heilung genug. In meinem kindlichen Forscherdrang bin ich über das Straßen-Theater zum Stelzen-Laufen gekommen – und genau das wurde meinem Knie zum Verhängnis.
Ich stürzte beim „Fußball-Spielen“ auf Stelzen. Das rechte Bein rutschte mir nach vorne weg, mein Knie drohte in die falsche Richtung abzuknicken, lies mich fallen… Oberschenkel-Knochen gespalten und das wichtigste: Meniskus zerquetscht… Nur erkannte das keiner und es wurde erst 15 Jahre später offensichtlich.
Mein Knie fing an, fürchterlich zu schmerzen in einer körperlichen Überforderung – nicht selbst verursacht, sondern im beruflichen Zusammenhang.

Schulmedizin
Die übliche Art damit umzugehen, ist: Meniskus operieren. 70% sollten entfernt werden! Jetzt diagnostizierbar als „erhebliche Verletzung, die mindestens 10 Jahre zurückliegen muss“… der Rat des Arztes: möglichst keinen Sport mehr, nie wieder Schneidersitz (meine liebste Art zu sitzen), keine Kniebelastung mehr, die unter 105° Beuge-Winkel geht… kein Fahrrad mehr….
Hmm… das wollte meinem kindlichen Forscherdrang nicht gut gefallen – die Reise begann.

Selbstheilung
Grundsätzlich bin ich davon überzeugt, dass der Körper aus jeder Lebens-Lage heraus sich selbst regenerieren kann! Das hat für mich keine Grenzen – auch nicht bei Themen die die Schulmedizin als „unmöglich“ betrachtet wie beispielsweise den Zähnen! In einigen Zusammenhängen konnte ich die Erfahrung an mir selbst schon machen. Z.B. mein Rücken ist heute absolut schaden- und schmerz-frei – was im Alter von 16 – 42 Jahren bei weitem nicht so war. Auch konnte ich bei vielen Klienten die Heilung unterstützen, immer im Zusammenwirken aller Ursache-Ebenen und anderen Heil-Disziplinen.
Aber warum taucht der Schmerz plötzlich wieder auf? Über lange Strecken innerhalb der 7 Jahre war ich beschwerdefrei und konnte alles tun was ich wollte. Es zeigten sich immer wieder Zusammenhänge, die ich durchwandern konnte und die somit Ihre Wirkung verloren.

Immer wenn…
…ich etwas für mich fand, was mir zum „Lebens- und Familien-Erhalt“ große Freude bereitete, stoppte mein Knie die Aktivität. Das brachte mich mitunter an den Rand der Verzweiflung, weil es immer so aussah, dass ich Dinge, die mir keine Freude bereiten, tun müsste um das leidige Geld zu verdienen…
Also: ich muss, um…

Die Angst
Wenn ich jetzt noch meine Wut und Angst formuliere die in den Verzweiflungs-Phasen aufkamen, dann hiess das: Mein verletztes Knie ist Schuld daran, dass ich mich nicht frei bewegen kann und meine größte Angst ist, im „Beamtentum“ zu erstarren und völlig bewegungslos zu sein – also an der Freude des Lebens nicht mehr teilnehmen zu können.
Zum Verständnis: 20 Jahre meines Lebens war ich verbeamteter Fachlehrer an der Hochschule – ein guter Job, der alle Sicherheit bietet die man sich wünschen kann – nur dass meine kindliche Unschuld und mein Forscherdrang mich zur „Bitte um Entlassung“ motivierten, weil ich das Gefühl hatte, noch nicht einmal richtig begonnen zu haben in meinem Leben.

Schuldig
Schnell musste ich zugeben, dass mein Knie nicht Schuld sein kann – ist es doch das Gelenk, das am meisten Last aufnehmen kann und uns unmittelbare „Richtungs-Wechsel“ ermöglicht. Auch das Stelzen-Laufen und das Training konnte ich nur kurz schuldig-sprechen, denn niemand hat mich gezwungen das zu tun und so sehr ich es auch drehte und wendete, es blieb in meiner Verantwortung. Was dann aber bleibt, ist die Schuld die ich mir selbst zusprechen musste – mit der letztendlichen Erkenntnis, dass ich selbst schuld daran bin, dass mein Knie nicht heilt, weil ich es nicht herausfinde und immer wieder das Knie die „Lebens-Freude-Bremse“ ist – die Bremse der Beweglichkeit.

Teufelskreis
Da gibt es kein Entrinnen: Ich bin schuldig!
So nahm ich die Frage an mein Knie, was es mir denn sagen möchte, mit in die Meditation. Als erstes kam das Wort „Faulheit“! Ich erschrak zutiefst, denn mein ganzes Leben war ein „fleißiges“ Leben, eher ein zu viel an Engagement, als ein zu wenig, allerdings mit dem heimlichen, inneren Wunsch nach Pause, die aber in meinem fleißigen Leben nicht „erlaubt“ war. Die erste Reaktion in mir war wieder ein Schuldgefühl, dass allein dieser heimliche Wunsch nach Pause schon unangebracht und zu wenig rechtschaffen sei – und deshalb mein Knie nicht heilen konnte. Daraus ergäbe sich die Konsequenz noch disziplinierter zu sein und noch aktiver… was mein schmerzendes Knie selbstverständlich verhindern würde…
Schuld – Reaktion – Schuld – Reaktion…. usw.

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Unschuld
Das zweite Wort das auftauchte, war „Unschuld“. Erst verstand ich nicht, was damit gemeint war und nur nach und nach tauchten Szenen aus meiner Kindheit auf, in denen dieses Gefühl von Schuld programmiert wurde…. immer in ähnlichen Zusammenhängen: die unschuldige Muse, die Hingabe und Freude mussten der „Rechtschaffenheit“ weichen, die zum Lebenskonzept wurde – bis dahin, dass der Lebenserhalt nur durch Anstrengung, durch Leistung möglich ist und die Freude, die Muse, das Sein immer zweitrangig sind – oder gar im Wege stehen.

Der Umkehr-Schluss
Ist es da nicht verständlich, wenn ein „Beamten-Beruf“ ein ersehntes Ziel vieler Menschen ist? Oder bei anderen Wut gegen die „Faulheit“ der Beamten aufkommt? Erst entbehrt man der Unschuld und strengt sich an, um es „richtig“ zu machen und dann sucht man innerhalb dessen das Feld, in dem die Anstrengung möglichst gering ist und wo die Pause ein Teil des Systems wird… allerdings in der Lethargie und Bewegungslosigkeit… was wieder motiviert aktiv zu sein – aber jetzt in der Freizeit. Da passiert dann Verletzung, die einen wieder ruhig stellt.
Zusammengefasst heißt das: „mit angezogener Handbremse Vollgas fahren“…und dahinter steht ein – von all den Werte-Vorstellungen, von all den Konzepten und Idealismen, von den Religionen und Weltanschauungen impliziertes – Schuldgefühl.

Was hieße das für die Heilung und den Alltag?
Zunächst einmal „vom Gas gehen“! Man wird nicht darum herum kommen, in das Gefühl von Bewegungslosigkeit einzutauchen. Alle Wirkungen, die ich durch das Vollgas erzeugt hatte, hören auf zu funktionieren. Das kommt dem Stillstand gleich und weckt alle Ängste die motiviert hatten voll auf dem Gas zu stehen, trotzdem die Handbremse angezogen war. In Bezug auf die Heilung ist das die Einwilligung in die „Machtlosigkeit“, das Zugeben, dass man es selbst nicht bewirken kann – das triggert noch einmal die Angst vor der körperlichen Unmöglichkeit und dem, was der Arzt anfangs gesagt hat: „kein Sport mehr – kein Schneidersitz“… Also an den Ängsten kommen wir nicht vorbei, wenn wir die Gegenreaktion auf die Schuldbremse einfach mal lassen.

Bremse lösen
Ach ja, einfach mal lassen! Heißt im Bezug auf den Körper: Ihn mal machen lassen, also die Selbstheilung zulassen, nichts daran verändern wollen und das Risiko des dauerhaften Schadens eingehen. Im Übertragenen heißt das: Einfach mal Innehalten und Pause machen – war das nicht das, was nicht erlaubt war? In die, so weit verbreitete, verpönte Muse – in den Müßiggang einwilligen. Taucht da nicht wieder die Machtlosigkeit auf? Und, wenn ich von der Bremse gehe – was wird am Ende dabei herauskommen? Habe ich den Mut, dem Leben zu folgen?

Nicht nur eine Metapher
Wenn Heilung wirklich geschehen soll, ohne Hilfsmittel, ohne Medizin und Schneiderei, dann führt kein Weg daran vorbei in den Tod einzuwilligen, in die absolute Unmöglichkeit – erst dann taucht die kindliche Unschuld wieder auf, dann sind Impulse wieder fühlbar und die Bewegung ist geschmeidig, fortwährend und leicht. Dann hat – um in meinem Bild zu bleiben – das Knie wieder vollen Bewegungsspielraum – ohne Schmerz!

Zu guter Letzt
Das ist meine Geschichte, mein Weg, aus dem heraus der Artikel motiviert ist. Könnte auch so Gedanken erzeugen wie: „ist doch sonnenklar wie das zusammenhängt – was macht der da solange rum“. Vielleicht ist der größte Hinderungsgrund für wirkliche Heilung die Angst davor, sich als „unzulänglich“, „unperfekt“ zu zeigen – ins Gerede zu kommen, weil man’s nicht geschafft hat… etc, etc, etc…
Aber „ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s völlig ungeniert“ – unschuldig nämlich!

Feuerkreis
In meinen Angeboten ist mir vorrangig wichtig, dass man lernt sich zu öffnen, sich zu zeigen und aufzuhören uns zu bewerten, weil wir uns dann in der Heilung unterstützen können und wir uns in Ebenbürtigkeit treffen: In der stillen Präsenz die uns auch die Natur bietet – Das ist der „Feuerkreis“ den ich Donnerstags anbiete.

Gebt Euch also nicht zu früh zufrieden, denn auch das Erkennen und die Meditation können zum Teil des „Vollgasfahrens“ werden und es können Ziele erreicht werden. Nur „ganz“ ist die Heilung/Heiligung erst da, wo die Schwelle zum Tod berührt wird, zur Unmöglichkeit.

Das ist meine Erfahrung: Das hat auch körperliche Auswirkungen!

Herzlich,
Christian

Mediale Einzelsitzung

Es ist möglich den Körper sich selbst zu überlassen in seiner Fähigkeit zu heilen!
> bist Du bereit ihm aus dem Weg zu gehen?
> es ist ein Prozess: bist Du bereit das Risiko einzugehen?

Ich biete Begleitung an!

 

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