Heilung

von | 09.12.2018 | Heilung | 0 Kommentare

oder: „Krankheit – was für ein Geschenk!“

Die Welt ist im Gleichgewicht, sonst würde sie nicht existieren; und innerhalb dessen gibt es unendlich viele Möglichkeiten dies zu erfahren. In der Wahrnehmung der materiellen Welt ist uns die freie Entscheidung gegeben, also wählen wir, welche Form von Gleichgewicht wir erfahren wollen. Das wiederum ist eine Frage des Bewusstseins und des Standpunkts der Betrachtung.

Teilung
Das größte Problem in unserem Gesundheitsstreben ist nicht die Krankheit an sich, sondern die Teilung der Welt in krank und gesund. Diese Form von Trennung erzeugt die Erfahrung von Krankheit als notwendiges Gegenstück zur Gesundheit innerhalb der dualen Welt, weil es gegenseitige Pole derselben Energie sind und wir uns in einer ständigen Pendelbewegung hin und her bewegen. Es geht also nicht darum, aus einer Krankheit Genesung zu suchen, sondern eher darum, einen höheren Standpunkt einzunehmen und die polaren Aspekte dieser Erfahrung zu verstehen und zu integrieren.

So wird aus der Suche nach Gesundheit, die gleichzeitig ein Widerstand gegen die Krankheit ist, ein Streben nach „heil sein, heilig sein“  im Sinne von Ganz sein. Wobei es hier nicht um das Ziel der Ganzheit geht – das wäre wieder eine polarisierte Erfahrung, sondern um den Prozess an sich, in immer weiter sich ausdehnendes Bewusstsein.

Symptom
Was heißt das konkret, wenn wir die Erfahrung von körperlichen Symptomen machen?
Aus der etymologischen Herleitung des Wortes „Symptom“ kann man erfahren, dass die ursprünglich griechische Bedeutung des Wortes „Zufall; vorübergehende Eigentümlichkeit“ ist. Gehen wir weiter davon aus, dass in diesem Universum nichts „zufällig“ ist, so sehen wir, dass uns hier etwas geschenkt wird, uns etwas zufällt.
Es ist ein Geschenk, weil uns das Leben liebevoll  und unmissverständlich auf unsere einseitige Haltung zum Leben hinweist. Das Leben selbst erzeugt das Gleichgewicht… möglicher Weise als Symptom. Und wer ist das Leben? Das sind wir Selbst, in einem selbst gewählten, sich ständig verändernden Bewusstseinsprozess.

Verschiebung
Wenn wir also rein medizinisch die Symptome beseitigen, ohne dass wir uns auf die beinhaltete Information einlassen, so wird sich das Symptom an einer anderen Stelle auf andere Weise wieder verwirklichen. Auf andere Weise, weil das Leben versucht, sich durch einen anderen körperlichen Ausdruck  in unser Bewusstsein zu schleichen.
Verschiebt man so das Symptom mehrere Male an eine andere Stelle, so zweigen sich die Wege und der informative Inhalt wird aufgeteilt in Einzelaspekte, immer in dem Versuch, auf immer klarere Weise Hinweise zu geben. Gleichzeitig scheint das Symptom immer komplexer zu werden, bis die einfachste aller Lösungen gewählt wird, der Tod. Denn der Übergang in einen jenseitigen Seinszustand beinhaltet gleichzeitig die Möglichkeit des Verstehens der diesseitigen Welt und all unserer persönlichen Zusammenhänge.

Bereitschaft
Ich will damit weder „ewiges Leben“ propagieren (auch wenn ich es grundsätzlich für möglich halte) noch ein Gefühl von Schuld erzeugen, sondern vielmehr die eigene Verantwortung gegenüber dem körperlichen Erscheinen nähren. Verantwortung ist hier auch nicht in der gemeinüblichen Bedeutung von Last und Rechenschaft gemeint, sondern im Sinne von „Für-etwas-Antwort- geben“. Das „So–Sein“ der Dinge stellt Fragen, die durch meine Bereitschaft zu wachsen Beantwortung finden und somit zum universellen Bewusstsein beitragen. Es geht also keineswegs um das Erreichen eines bestimmten Zieles oder Zustandes, sondern um das Bewusstsein an sich.

Treten also Symptome auf, so entsteht die Herausforderung, die eigene Haltung zum Leben zu hinterfragen und im Sinne von Ergänzung die ausgegrenzten Aspekte zu integrieren. Es ist unsere eigene, in Symptome gebundene Lebensenergie die danach ruft, wieder in den Fluss des Lebens integriert zu werden.

Sowohl-als-auch
In der Behandlung von Krankheiten können wir in unserer Gesellschaft auf soviel wunderbare Werkzeuge zurückgreifen, von der Geistheilung bis zur Schulmedizin! In meinen Augen gibt es in der Beurteilung all dieser Möglichkeiten ein fundamentales Missverständnis: Jeder Bereich versucht mehr oder weniger die Lösung aus dem eigenen Kontext zu finden, so entsteht ein Entweder-oder! Entweder Schulmedizin oder Geistheilung, entweder Homöopathie oder chemische Medikamente… usw. Wie absurd, das Eine gegen das Andere aufzuwiegen, allein aus der Tatsache, dass alles nebeneinander existiert und alles was ist, göttlicher Natur ist! Die Abartigkeiten, die aus der ein oder anderen Methode zu Tage treten, kommen aus dem Missverständnis der Alleingültigkeit. Es grenzt an Wahnsinn, die Lösung nur innerhalb einer „Wahrheit“ zu suchen; reiner Intellekt der sich selbst korrumpiert! Viele Beispiele der Geschichte zeigen dies, so etwas führt immer zu Krieg, zumindest im Inneren.

Alles existiert gleichzeitig, daraus entsteht logischer Weise ein Sowohl-als-auch.

Ein Beispiel
Wir wählen das Beispiel einer Krebserkrankung: Aus inhaltlicher Sicht ist in meiner Erfahrung Krebs eine sehr komplexe Angelegenheit. Es zeigt sich meist ein, für den Betreffenden, schwer durchschaubares Netzwerk von Missverständnissen, die auf der einen Seite zu einem Todeswunsch und auf der anderen Seite zu dem Wunsch „ungezügelten“ Lebens führen (was aus einem höheren Standpunkt heraus das Gleiche ist). Die Ursachen finden sich oft in sehr alten Entscheidungen, die sich nicht zwingend auf dieses Leben beziehen, aber trotzdem ihre unmissverständlichen Auswirkungen in demselben haben.
Ist also das Stadium des Krebsgeschwürs erreicht, ist dieses unkontrollierbare Wachstum kaum zu stoppen. Geistheilung ist hier möglicherweise zu „langsam“, weil immer Bewusstseinsprozesse durchlaufen werden, die ihre Zeit haben; die körperliche Ebene ist die niedrigste Schwingung in unserem gesamten Energiesystem und „folgt“ somit auf der materiellen Ebene. Was für ein Segen, dass da die Chirurgie zu Hilfe eilen kann! …wohl wissend, dass eine Operation ein Eingriff in das körperliche System ist und als neue Wunde Aufmerksamkeit und Betrachtung braucht.
Das „Schneiden“ soll hier nicht propagiert werden, jede andere Art der Krisen-Bewältigung ist genauso möglich, nur dass es zu aller erst darum gehen muss, das körperliche System zu erhalten – sonst macht alles andere keinen Sinn mehr!

Und, nicht zu vernachlässigen ist hier das Thema „Angst“…

Angst
Ich bleibe bei dem oben genannten Beispiel. Allein die Diagnose des Krebses als „unheilbare Krankheit“ kann tödlich sein, weil es zu dem Status-Quo keine angebotene Alternative gibt. Krebs als unheilbar zu bezeichnen ist eine Unverschämtheit, weil es zahlreiche Gegenbeispiele durch unterschiedliche Methoden gibt. Grundsätzlich liegt die „Lösung“ in der Einwilligung in den körperlichen Tod, weil dann die Seele wieder frei ist und damit ewig, lebendig und unsterblich! Man nimmt sozusagen den „Druck“ raus, überleben zu müssen und geht in die Richtung in der die Angst liegt, um die polaren Gegensätze wieder zu vereinen. Ob das Leben im selben Körper weitergeht, ist dann eher unerheblich. Nur müsste in der Begleitung auf diese Zusammenhänge hingewiesen werden…

Gemeinsam
Wie wäre es also, wenn Ärzte der Schulmedizin mit medial begabten Menschen zusammenarbeiten würden? Wenn Diagnosen immer gemeinsam gestellt werden, aus geistiger und körperlicher Sicht? Wenn die Symptome, die vorübergehenden Eigentümlichkeiten, aus verschiedenen Standpunkten gleichzeitig betrachtet würden und daraus Entscheidungen getroffen werden… immer in eigenverantwortlicher Absprache mit dem Patienten als höchste Kompetenz…, denn es geht, wie gesagt, nicht um das Vermeiden eines Krebsgeschwürs, sondern um die Unterstützung in dem vom Patienten gewählten Bewusst-Seins-Prozesses.

Ich beziehe mich hier nur auf zwei, eher willkürliche Sparten der Heilkunst, möchte aber betonen dass sich das auf jede erdenkliche Methode bezieht.

Der „Heiler“
In diesem Zusammenhang stolpern wir über ein anderes Problem. Die Frage nach dem „Heiler“!
Aus der immer weiter wachsenden Zahl der „Geistheiler“ hat sich auch eine neue Identität entwickelt, nämlich die des Heilers.
Wieder missverständlicher Weise gibt es da jemand der heilt und jemand der geheilt werden muss. Also geht man von einem Missstand aus, der zu verändern ist, ein Reparaturkonzept also.

In obiger Betrachtung habe ich versucht darzustellen, dass es gar nichts zu verändern gibt, da sich jeder, in jedem Moment im Gleichgewicht befindet. Das Einzige, was ein Mensch für einen anderen tun kann ist, in einer bestimmten, aber unwichtigen Form des Tuns, also eines „Tuns um des Tuns willen“, liebevolle Präsenz zu verwirklichen, die dem Gegenüber einen Raum des reinen Gewahrseins zur Verfügung stellt. Die Frage ist also nicht, was wir tun oder wer es tut, sondern wie wir es tun! So kann jedes erdenkliche Handeln und Nicht-Handeln heilsam sein, im Sinne von Ganzheit und Bewusstsein.

Du Selbst bist der Heiler
Der Heiler ist also der Patient selbst, indem er aus einem umfassenderen Standpunkt heraus, sich selbst und seine Situation betrachtet und eine weitere Entscheidung trifft.

Jeder Mensch trägt in sich eine Erinnerung, ob momentan wahrgenommen oder nicht, eine Erinnerung an die Einheit allen Lebens, an die göttliche Lebendigkeit. Diese Lebendigkeit kann auch im körperlichen Sinne Ausdruck finden in dieser Welt. Noch einmal, es geht nicht darum, einen Idealzustand zu erreichen, aber es ist auch nicht notwendig, Krankheit zu erfahren. Wie gesagt, es ist unsere freie Wahl welche Form von Gleichgewicht wir erleben wollen, aber nicht aus Widerstand gegen einen Pol der Ganzheit, sondern aus dem Bewusstsein über die notwendige Gleichzeitigkeit in der Polarität der Ganzheit. So finden wir uns am Drehpunkt des Pendels wieder, auf einem höheren Standpunkt, alle Möglichkeiten dieses dualen Paars überblickend… bereit auf das nächste Pendel aufzuspringen, um der Erfahrung willen, aus purer Lust am Leben… auf der niemals endenden Reise in immer weiter sich ausdehnendes Bewusstsein.

Erfüllung
Wenn man so will, ist der Körper an sich ein Symptom, das zu verstehen wir hier auf der Welt sind. Nicht, um es zu überwinden oder dieser Welt zu entfliehen, sondern um diese Welt mit göttlichem Leben zu füllen…. Ist es nicht das, was alle Menschen suchen?: „Er-füllung“

Krankheit – was für ein Geschenk! …nicht wahr?!
Herzlich,
Christian

Gerne stelle ich mich den kontroversen Betrachtungen dieses Themas. Unten ist die Möglichkeit für Kommentare.

Mediale Einzelsitzung

> für einen Perspektivwechsel auf den Drehpunkt des Pendels
> für einen Raum des Gewahrseins über Angst und Schmerz hinaus

> Ich kann Türen öffnen, aber durchgehen muss jeder selbst
> Ich kann an der nächsten Kreuzung warten und den Weg beleuchten


 

 

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