GAP – die Null

von 30.12.2018Wandel1 Kommentar

Wie eine Botschaft aus einer anderen Welt legen sich die „Rauhnächte“ über den Jahreswechsel und laden uns ein, der Natur in den Wende-Punkt zu folgen. Es ist nicht das Datum und die Bedeutung die diese Zeit zu so etwas besonderem machen, nein es ist der Wendepunkt, die Null, das Gefühl von Fliegen und gleichzeitig Haltlosigkeit, das Gefühl von langer Weile und gleichzeitig Langeweile, das Gefühl von unverrückbar Verwurzelt und gleichzeitig ungeerdet – es ist die Null. GAP – die Lücke.

Ich erinnere mich an die Zeit als Stelzenläufer
Am Ende musste ich zugeben, dass es nicht mein „Ding“ ist, auch wenn ich mich redlich bemühte ein guter Künstler zu sein. Was mich aber nachhaltig beeindruckt hat, ist die unausweichliche Erlebbarkeit der Null.
Indem man einen Meter über dem Boden mit fest montierten Stelzen läuft, wird in jedem Schritt die Wellenbewegung im Gehen so deutlich fühlbar. Im Ausschreiten taucht man ab und überwindet mit jedem Einholen den Zenit, den Höhepunkt der Welle – die Null.
Es ist ein wunderbarer Moment von Schwerelosigkeit und schwebender Anmut, in der jede Richtungsänderung möglich ist. Es ist aber gleichzeitig der Moment, indem das Gefühl für den Boden, für Sicherheit und Erdung verloren geht, bis die Schwerkraft einen wieder zurückholt in das Gefühl von Verbundenheit.

Übertragen auf die Rauhnächte,
ist es eine Zeit, in der der letzte Schritt ein Ende findet und der neue noch nicht begonnen hat. Es ist eine Zeit, in der jede Richtungsänderung möglich ist, aber jede Bewegung ins Leere geht. Es ist eine Zeit, in der neue Impulse auftauchen, die Verwirklichung aber noch kaum fühlbar wird. Es ist eine Zeit von Inspiration, aber jeder Versuch von Umsetzung lethargisch ausgebremst zu sein scheint. Es ist eine Zeit von Haltlosigkeit – wie das Fallen in den Leeren Raum – aber das Fliegen scheint durch die starke Erdanziehung unmöglich.

Widersprüche
Vielleicht ist es diese Widersprüchlichkeit, die diese Zeit so vielfältig erlebbar sein lässt, vielleicht ist es die Gleichzeitigkeit der Gegensätze die Beziehungen und Lebensumfelder so sehr in Frage stellen kann, vielleicht ist es diese Lücke zwischen den Ereignissen, die Dramen und gleichzeitig Geborgenheit hervorrufen kann.
Vielleicht sind es einfach Leben und Tod, die sich in dieser Zeit die Hand geben und die Ganzheit beschreiben.

Einladung
Wie auch immer diese Null – das nicht etwas – im individuellen Fall wahrgenommen wird, es ist immer das sichtbar gemachte Gegenteil, das die persönliche Erfahrung so einzigartig sein lässt.
Und: Es ist eine Einladung, der Bewegung und dem gleichzeitigen Stillstand Raum zu geben, zurück zu treten und dieser Null zu erlauben ganz präsent zu sein. Das ist das „Geschenk“ in dieser Zeit, der Quelle – dem Raum aller Möglichkeiten und der Leere so nah zu sein.

Nachvollziehbar,
dass wir von der Zeit der Stille reden und gleichzeitig der Trubel so groß sein kann, dass wir von der Zeit der Familie sprechen und gleichzeitig soviel Konflikt und Trennung geschehen kann, dass wir uns gegenseitig beschenken und gleichzeitig so eine Leere auftauchen kann.

Leben
Es ist die Liebe, die die Angst in den Arm nimmt und trotz der inneren Aufgewühltheit diese unerschütterliche Geborgenheit fühlen lässt. Es ist die wunderbare Erlaubnis im Schutz der Liebe die Angst zu erleben ohne ein Ziel erreichen zu müssen. Es ist halt das Leben…

Was gibt es zu tun?
Sein lassen, Raum geben, erlauben und nicht beeinflussen, weil sich in dieser Zeit das abzeichnet, was in Erfahrung nicht darstellbar ist, unsere Quelle, unser Sein – Gottes große Hand in die wir fallen dürfen.

So erlaube ich mir, diesen Artikel hier zu beenden – der Wortlosigkeit Raum zu geben und den gleichzeitigen Drang zu schreiben sein zu lassen.
Ich werde und bleibe einfach still….

Herzliche Grüße
Christian

Mediale Einzelsitzung

> um der Stille Raum zu geben und die “Null” zu erfahren

 

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