Frohe Weihnachten

von 23.12.2018Blick in eine andere Welt0 Kommentare

An dieser Stelle erlaube ich mir, die, von den Meisten von uns, alljährlich zelebrierte Geschichte – die Geschichte Jesu, beginnend im Weihnachtsfest – mit anderen Augen zu betrachten.

Auch hier ist mir völlig bewusst, dass ich damit möglicherweise die Gemüter errege, mich in Bereiche vorwage von denen ich per Definition und Ausbildung keine Ahnung haben kann und die vor allem die meist verbreitete Religion in unserem Kulturkreis berührt: das Christentum (und dessen unterschiedliche Auslegungen und Lebensformen).

Freiheit
So wie jedem Menschen völlig frei steht, sich für die eine oder andere Lebensweise und damit für unterschiedliche Glaubensinhalte zu entscheiden, so erlaube ich mir meine Sicht der Dinge mitzuteilen. Mein Anliegen ist dabei, die Verantwortung am Erscheinen dieser Welt zu uns zurück zu holen und ein neues Licht auf Zusammenhänge zu werfen, die in vielen anderen Sichtweisen ausweglos erscheinen.

Wir sind die Welt
Diese Welt ist eine Darstellung unseres kollektiven Bewusstseins – und wenn man diese Aussage annehmen mag, muss man sich die Frage gefallen lassen, was in uns es notwendig macht, dieser Welt, also unserem kollektiven Bewusstsein, die momentane Ausdrucksform zu geben. Ich spreche hier ganz bewusst von uns! Ich beziehe jeden Menschen mit ein – natürlich auch mich selbst – denn wir sind die Welt – und zwar nicht nur dieser kleine Teil der westlichen Welt, der in Reichtum und Überfluss existiert – sondern die Ganze.

Abgrenzung
So oft habe ich schon gehört: „Ich möchte mich davon abgrenzen, denn ich mißbrauche nicht diese Welt! – Ich lebe nachhaltig und verantwortlich…“ aber das Problem ist in meinen Augen gar nicht das mangelnde Verantwortungsbewusstsein, sondern eben die Abgrenzung! Nach dem Motto: Mein Teppich ist doch sauber – schau lieber bei den anderen…
Das ist Trennung in Reinform, das Gegenüberstellen von ich und du, von richtig und falsch, von gut und böse… Der ewige Kampf.

Frieden
Jesus sprach von Frieden, er sprach nicht von der Vermeidung von Krieg. Der Frieden ist das Verbindende, das Vereinende, das Ja – die Vermeidung ist trennend, polarisierend und letztlich der Kampf gegen den Krieg, auch wenn er versteckt ist in einem erstarrten Lächeln.

Um bei diesem Bild zu bleiben, ist also der Frieden da, wo ich mich meinem inneren Krieg stellen kann, die Angst dahinter entlarve und integriere, was einzig und allein in mir selbst zu bewältigen ist.

Zurück zur Geschichte
Herodes (der von Rom eingesetzte König über das Grenzgebiet Judäa…) bekam Angst, als er von der Geburt des „Gesalbten“ (dem Christus) erfuhr – was im Klartext die Geburt des Konkurrenten bedeutete. Er lies sich dazu hinreißen alle Neugeborenen in Bethlehem und Umgebung töten zu lassen, um die Konfrontation mit dem, über Weissagungen angekündigten „König“ zu vermeiden. Man muss wissen, dass Herodes als „einheimischer“ König der Macht Roms unterstellt war und die Übernahme des Königreichs durch einen Anderen seinen sicheren Tod bedeutet hätte. Der Hintergrund seiner grausamen Tat ist also die nackte Angst…

Die Angst durchwandert
Was tut Jesus in der Nacht vor seinem Tod am Kreuz? Er begegnet seinen Ängsten am Ölberg, durchwandert seine Spannungsfelder und geht seinen Weg – sein „Tod“ am Kreuz ist nur möglich, weil er dadurch der Ewigkeit seiner Seele begegnet und über die Angst hinaustritt.
Er geht also nicht gegen die Ungerechtigkeit vor – obwohl er bis zu letzt mutig seine Wahrheit spricht – sondern erlöst in sich die Angst und öffnet damit ein Tor in eine andere Seinsweise: das „Christus-Bewusst-Sein“…. oder auch das „allumfassende Bewusstsein“.

Mein Reich ist nicht von dieser Welt…
…war seine Aussage dazu.

Wobei Welt, per Definition „Wahrnehmungsebene“ bedeutet und gar nichts über die Menschen und deren gesellschaftliche Strukturen an sich aussagt.
Jesus wurde also nie zur Konkurrenz von Herodes, er hat lediglich einen Bewusstseins-Wandel angekündigt.

Das ist mit dem Wandel in eine neue Zeit gemeint. Es geht um einen Bewusstseinswandel, von einem wertenden in ein allumfassendes Bewusstsein.

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Frieden oder Angst
Wenn wir jetzt noch in Betracht ziehen, dass wir Menschen die Kinder Gottes sind, dann wird völlig klar, dass das Paradies auf Erden in unseren Händen liegt. Aber eben nicht in dem Schuldbewusstsein, dass wir als Kinder die Größe unseres Vaters nie erreichen werden, sondern dass wir Kinder von „Vater Himmel“ und „Mutter Erde“ sind: also reines Bewusstsein in einem erdgebundenen Körper. Mit anderen Worten: wir sind die, auf die wir immer gewartet haben. Unser Bruder Jesus ist uns als Träger des Christus-Bewusstseins – des allumfassenden Bewusstseins – vorausgegangen, als Beispiel dafür, was wir als Mensch sein können oder eigentlich sind. Die Frage ist, welches Königreich wir als unsere Heimat, unser „Vaterland“ anerkennen. Das von Herodes oder das von Jesus dem Christus – das der Angst oder das des Friedens.

Eine Wahrheit
Ich beziehe mich hier auf Jesus weil, wie Eingangs gesagt, wir ein Weihnachtsfest feiern, dass auf seiner Geschichte basiert. Auch wenn Viele diese Zusammenhänge schon vergessen haben und sich in einem wilden Party-Trubel wiederfinden, heißt das trotzdem nicht, dass der christliche der „allheilbringende“ Glaube ist. Ein weiteres Missverständnis, das vielen Menschen das Leben gekostet hat und bis heute noch eine ernstzunehmende Bedrohung darstellt, wenn sich eine Religion von einer anderen abzugrenzen versucht. Alle Religionen weisen letztlich auf das Gleiche hin.

Religio (-n)
Der Ursprung des Wortes Religion ist „religio“ – die Rückverbindung. Im Klartext ist es das bewusste Anerkennen von „Vater Himmel“, dem reinen Bewusstsein und „Mutter-Erde“, der Natur als Mutter-Schoß. Alle Religionen haben diesen Ursprung: das reine Bewusstsein, das sich seiner selbst bewusst wird, durch die Erfahrungen im erdgebundenen Sein.
Wenn die Lehren der dahinter stehenden, verwirklichten Seelen zu Konzepten gemacht und gegeneinander aufgewogen werden, sind wir sofort im Glaubens-Krieg – und das ist bestimmt nicht das, was diese „Lehrer“ vermitteln wollten. Es geht um die Religio – nicht um die Religion.

Festhalten
Es ist wieder die Angst, die versucht eine „Lehre“ festzuhalten – es ist die Angst vor der „Leere“, vor der Eigenverantwortung, wenn denn dann die Angst und der Zweifel auftauchen. Es ist immer die Angst ums Überleben – wie bei Herodes – wo die Seele doch ewig ist und grundsätzlich gar nichts schief gehen kann.
Als Jesus ans Kreuz genagelt wurde war sein letzter Ausspruch: (jedenfalls ist es so überliefert): Vater vergib Ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.
Es ist nicht der Meister, der die Schuld seiner Mörder heldenhaft sühnt, es ist der verzweifelte Ausspruch eines Menschen, der sehen kann wie Menschen sich in Ihrer Angst immer tiefer in das endlose, polarisierende Spiel verstricken.

Jesus war Mensch!
Also ein Kind Gottes, unser Bruder. Ihn ins Unerreichbare zu verschieben, würde uns als „Sünder“ von der Verantwortung entheben, das Spiel des Bewusstseins zu verwirklichen. Jesus war nicht frei von Angst, weil er den gleichen Weg ging wie wir ihn gehen – aber er war sich neben der Angst, der Ewigkeit seiner Seele und der Präsenz des „Vaters“ des reinen Geistes bewusst.

Christos Sol die Sonne
Habe gerade eine Entdeckung gemacht: Beim Recherchieren wo denn das Wort Sohn herkommt, stelle ich fest, das Sohn und Sonne die gleiche indg. Wurzel haben und ´der/die Gebärende´ bedeutet: Sohn Gottes könnte dann auch heißen: „der Gott gebärende“. Das dreht dann die Sicht des Sohnes eines personifizierten Gottes einfach um… Recherchiert man weiter, dann kommt man auf Sonne: der Seiende… sagte Jesus nicht: „ich bin der „ich bin““. Also ist der Gott-Gebärende einfach der „Seiende“.
Der Vater ist nach der Etymologie „der Verursacher“ und die Mutter ist indg. mater: die Matrix = Gebärmutter und Materie!!  – Vater Himmel / Mutter Erde.

Zurück zu Weihnachten:
Das „Christus-Kind“ ist nicht in pompösen Umständen zur Welt gekommen – also nicht im Königshaus, sondern im wahrsten Sinne im Schoß von Mutter-Natur. Von den Tieren begleitet, die selbstverständlich reinen Geistes sind, weil sie ganz im Hier und Jetzt leben. Einen reineren Ort und größeren Schutz vor dem angstvollen König Herodes hätte es nicht geben können – weil niemand den „Messias“  im Stall erwartete.

Der Stern
Und trotzdem haben die „Weisen aus dem Morgenland“ dorthin gefunden – weil sie dem Stern gefolgt sind. Heute würde man sagen, sie sind der Stimme ihres Herzens gefolgt, der inneren Führung, dem Stern in der Dunkelheit. Es konnte nicht vermieden werden, das das Christus-Bewusstsein initiiert wird und durch die Salbung anerkannt.

Das ist für mich die Botschaft von Weihnachten:
Begegne deiner Angst und habe den Mut sie zu durchwandern, damit das reine Bewusstsein, die Ewigkeit der Seele, im irdischen Dasein Wurzeln schlagen kann. Wir sind dann die Kinder, die vertrauensvoll und unschuldig ihrem Stern, dem Herzen folgen.

Der Vater – die Mutter – das Kind
frohe Weihnachten

Von Herzen,
Christian

Mediale Einzelsitzung

> um das Erbe weiter zu tragen – einfach zu Sein
> um den Ängsten auf die Spur zu kommen
> damit das Christus-Bewusstsein nicht nur Geschichte bleibt

 

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Unbeantwortete Frage

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Wir bewegen uns auf eine neue Zeit zu, ob wir das annehmen wollen oder nicht. Neu heißt auch tatsächlich neu - also sie kommt aus dem Unbekannten (Gott sei dank) und sie geht ins Unbekannte. Alles was wir kennen, hat auf eine bestimmte Weise ausgedient und wird an vielen Stellen schon als endlich durchschaut… an anderen Stellen aber noch nicht! ...
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