Freiheit

von 08.07.2018Wandel0 Kommentare

Ein Lieblingsthema der Menschheit! Hat oft genug zu Kriegen und Gewalt geführt, zu Unterdrückung und Ausbeutung und auch zu Flucht auf die „einsame Insel“ oder nach Innen in die Unberührbarkeit. Die Tendenz, immer mehr „Raum“ um sich herum zu schaffen, also die Quadratmeterzahl auf der man lebt zu erhöhen, ist der Versuch die Außenwelt möglichst fern von sich zu halten um das eigene So-Sein unantastbar, geschützt und „erlaubt“ erscheinen zu lassen. Doch das, was man erreicht, ist bestenfalls Einsamkeit und Trennung von dem, was einen am Ende lebendig fühlen lässt. Die Frage also, was Freiheit ist oder wann man sich frei nennen kann, ist erstens so alt wie die Menschheit und bleibt zweitens bis heute hoch aktuell und berechtigt.

In meinen Augen taucht diese Frage oder zumindest der Kampf darum, immer wieder auf, weil grundsätzlich zwei Dinge vermischt werden: Die gebundene und damit unfreie körperliche Darstellung in der materiellen Welt und die Seelenebene, die frei, unabhängig und selbstbestimmt ist und zu allem Überdruss auch ewig, unsterblich und unverletzlich.

Indem aber die Seele in dem Spiel auf der Erde an die körperliche Darstellung gebunden ist, ist das Gefühl von Freiheit per se schon einmal eingeschränkt.

So wird man als Mensch an dem Gefühl von Unfreiheit auf keinen Fall vorbei kommen! Und das ist auch gut so, denn es geht auf dieser Erde um Bewusstsein, nicht um Freiheit. Da der Mensch vor allem aus einem gewissen Leidensdruck heraus lernt, ist das Gefühl unfrei zu sein eine unvermeidliche Notwendigkeit im evolutionären Prozess des Bewusstseins.

Grundsätzlich ist beides gleichzeitig wahr. Die Seele ist frei, war sie immer und wird sie immer bleiben! Die körperliche Darstellung ist unfrei, gebunden – auch das war schon immer so und wird immer so sein: es gibt Ursache und Wirkung, jede Handlung hat eine Konsequenz. Nach jedem Ausatmen kommt ein Einatmen und notwendigerweise wieder ein Ausatmen! Ist das frei?

Natürlich kann jeder für sich frei entscheiden ob er weiter atmen will oder nicht! Das ist der freie Wille! Das ist der Teil, der die meiste Verwirrung stiftet, denn der Wille steht genau zwischen endlicher Gebundenheit und unantastbarer Ewigkeit. Tatsächlich ist dieser Wille absolut frei. Das ist ein wichtiger Parameter, der Bewusstsein überhaupt erst möglich macht. Indem also der Wille absolut frei ist, ist auf dieser Erde auch tatsächlich alles möglich. Fluch und Segen gleichzeitig, denn auf der einen Seite kann wirklich jeder tun und lassen was er will, und auf der anderen Seite kann jeder tatsächlich tun und lassen was er will. Deshalb gibt es auch Gewalt und Zerstörung genauso wie Harmonie und Gemeinschaft.

Das, was diese Diskrepanz heilen kann ist die Liebe. Schon wenn ich das Wort schreibe, spüre ich die unzähligen Interpretationen dieses Wortes… Gemeint ist das alles beinhaltende und verbundene „Ja“ zu allem Leben und allen Ausdrucksformen. Weil etwas möglich ist, deshalb ist es auch im Raum der Liebe – also auch all das, was wir ablehnen und falsch finden.

So verrückt das klingen mag, das, was uns am Ende bleibt, ist die freiwillige Entscheidung zur Unfreiheit. Mit anderen Worten heißt das: keinen Widerstand leisten gegen das, was gerade geschieht. Der jetzige Moment ist eine Hochrechnung vergangener Ereignisse und kann sowieso nicht mehr verändert werden. (Das hat nichts mit Schuld-Karma zu tun sondern ganz einfach mit Kausalität.)

Wir verbinden uns mit dieser Entscheidung zur Unfreiheit direkt mit dem Moment und beseelen jede Handlung und alles Tun. Das heißt, die freie Seele drückt sich aus, in der gebundenen (unfreien) körperlichen Welt. …Da ist die Freiheit!

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Angenommen jeder würde das tun, hätte dann nicht jeder das wunderbare Gefühl im absoluten Selbstausdruck zu sein? Das Leben beginnt zu fließen, nicht weil wir etwas Besonderes tun, sondern weil jede Handlung die wir vollziehen Seelen-Ausdruck ist. Gibt es dann noch eine Frage danach, ob ich etwas zu meinem Vorteil manipulieren möchte, wenn eh jede Handlung beseelt ist? Macht Gewalt dann überhaupt noch einen Sinn, wenn ich sowieso die Freiheit der Seele in jedem Moment fühlen kann? Sind dann bestimmte Ziele wirklich wichtig? Ist Glück dann von einem bestimmten Ergebnis abhängig?

Dieser Prozess hat ein hohes Risiko: Keiner weiß, was passiert, wenn wir die Kontrolle aufgeben und uns wirklich völlig auf den Moment einlassen. Ergebnisse sind dann nicht mehr berechenbar, Wege nicht mehr planbar, weil der Weg immer erst mit dem nächsten Schritt geformt wird. Das ist, als würde man an einem Seil hängen und in die Tiefe blicken. Das Vertrauen reicht gerade soweit wie das Seil hält. Das Leben funktioniert so „ganz gut“. Wenn man aber jetzt herausfinden will ob man fliegen kann, muss man das Seil einfach loslassen – anders wird man es nicht erfahren. Es ist die Angst vor dem Fallen und letztlich Todesangst die uns hindert, unsere Seelenkraft zu entdecken und die ewige Freiheit der Seele zu genießen.

Ganz konkret heißt das: Solange wir mit unserer Aufmerksamkeit auf unser körperliches Sein fixiert sind, kann sich die Freiheit der Seele im Körperlich-Manifesten nicht darstellen.

Wir bleiben damit also in der Gebundenheit hängen und erzeugen damit Ursache und Wirkung – Wahrheiten – Abhängigkeiten – Kontrolle und Norm-alität – etc.

Wir wissen dann genau wie alles funktioniert – und weil wir es wissen können, fühlt es sich unfrei an. Das Leben verliert seine Magie und Überraschung, es ist berechenbar und jeder weiß – wenn ich dies tue kommt jenes raus. Kausalität eben. Der freie Wille wird dann zur manipulativen Kraft, die versucht, die Dinge in die selbst gestrickte Norm einzufügen. Es entsteht ein Gerangel um´s „Recht-haben“ und selbst Liebe wird zum Handels-Gut.

Erst wenn das Risiko des Todes mit in Betracht gezogen wird, man sich also fallen lässt um zu fliegen, lösen sich die Abhängigkeiten auf, weil das Bewusstsein sich auf die Seelen-Ebene bezieht, wo Ewigkeit, Unsterblichkeit und Unverletzlichkeit die Parameter sind – da bekommt die materielle Gebundenheit einen Geschmack von Freiheit.

In den Alltag umgesetzt heißt das: Ich trete mit Kraft und Klarheit für meinen Standpunkt ein, um mich mitzuteilen, höre auf meine Impulse und teile sie unmißverständlich und mutig mit – selbst wenn ich damit alleine bin. Das ist beseeltes Handeln!

Jetzt kommt das Loslassen vom Seil, jetzt kommt das Risiko: Ich überlasse mich wieder völlig dem Moment und gebe Raum für Möglichkeiten, die ich selbst nicht kenne. Höre, Fühle und Begreife was andere einbringen – sehe die Situation aus verschiedenen Standpunkten: Das ist beseeltes Wahrnehmen.

…und jetzt kommt das Fliegen: Ich lasse mich ein auf die neue Möglichkeit die ich selbst noch nicht kannte, und gehe vertrauensvoll den Weg der noch nicht geschrieben steht….

Ist das Freiheit?

Das Ergebnis selbst ist dabei garnicht mehr so wichtig, vielmehr die Lebendigkeit.

Blick in eine andere Welt
Unbeantwortete Frage

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Wir bewegen uns auf eine neue Zeit zu, ob wir das annehmen wollen oder nicht. Neu heißt auch tatsächlich neu - also sie kommt aus dem Unbekannten (Gott sei dank) und sie geht ins Unbekannte. Alles was wir kennen, hat auf eine bestimmte Weise ausgedient und wird an vielen Stellen schon als endlich durchschaut… an anderen Stellen aber noch nicht! ...
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