Die Erde ist nicht zu retten…

von | 12.08.2018 | Wandel | 0 Kommentare

„Treffen sich zwei Planeten, fragt der eine den anderen: Wie geht es Dir? – Sagt der andere: Nicht so gut, ich hab Mensch… sagt der erste: Oh das kenn ich – aber das geht vorüber…“

Zwar können wir Menschen die Dinge betrachten, wir können sie untersuchen bis ins kleinste Detail und wir können Zusammenhänge wahrnehmen, genauso wie wir einen höheren Standpunkt einnehmen können, um einen größeren Überblick zu bekommen. Wir können Hochrechnungen anstellen und genau herausfinden, wann – wenn wir weiterhin die Erde auf die gleiche Weise ausnutzen – die Ressourcen zur Neige gehen und wir können sogar berechnen, was das für Konsequenzen auf das gesamte Universum hat.

Was dem Menschen aber schon schwerer fällt, ist, die Erkenntnisse und Hochrechnungen zu Ende zu denken und was gänzlich unmöglich zu sein scheint, ist, ganz konkrete Konsequenzen daraus zu ziehen.

Wir lassen mal die wirtschaftliche Ignoranz und die persönliche Bequemlichkeit aussen vor, denn das sind Bereiche in denen wir wissentlich etwas tun, nur um des kurzfristigen Gewinns wegen, was eindeutig, sowohl geschichtlich als auch wissenschaftlich belegt, die Existenz der Menschheit beenden wird. Das sprichwörtliche Sägen an dem Ast auf dem wir sitzen….

Wenn ich dann in der Werbung neue Produkte angekündigt sehe, die jetzt – binnen der nächsten 20 Jahre (?) – auf Nachhaltigkeit bauen, dann wird all zu offensichtlich, dass wieder einmal die Angst der Menschen – nämlich, dass wir unsere eigene Existenz zerstören – zum Werbeslogan umgebaut und damit wirtschaftlich, also gewinnbringend ausgenutzt wird.

Aber wer ist das, der das ausnutzt? Wo steht am Ende der böse Bube, der all den Reichtum in die Tasche steckt? Kennt den jemand?

Welches Feld wirkt da?
Wenn ich das schreibe, kann ich wahrnehmen in welches Feld ich mich da einklinke: Als erstes ist da Frustration, dann würzt sich da eine Portion Arroganz hinein, die mich über eine Spezies sprechen lässt, der ich selbst angehöre und mich unweigerlich über meines Gleichen stellt. Dann fühle ich Wut in mir aufkommen, weil die Erde, von der wir leben, mißbraucht wird und am Ende ist da das Gefühl von Machtlosigkeit – denn die Menschheit wird das nie gewendet kriegen, also muss ich zugucken ,wie der schon beschriebene Ast immer dünner wird, ohne dass ich eine Säge in der Hand halte mit der ich aufhören könnte zu sägen – es scheint einfach zu geschehen.

„Ich weiß nicht“
Das ist ein wissenschaftliches Problem, ein Problem von Ursache und Wirkung… Je tiefer wir die Dinge betrachten und je mehr wir die „Probleme“ sezieren, um so mehr werden die kausalen Zusammenhänge ausgeprägt und ein Ausweg immer unerreichbarer. Es sind im Vergleich zur Erden-Geschichte Momentaufnahmen in Nano-Sekunden, die uns beweisen sollen, dass in der nächsten Sekunde alles zu Ende ist.

Also je tiefer man wissenschaftlich in die Dinge vordringt, um so mehr Fragen werden aufgeworfen, bis man am Ende endlich zugeben muss: „Oh, ich weiß nicht!“

Das Feld von „Nicht wissen“
Was für ein Segen, wenn man genau da gelandet ist. Wenn man solange weitergefragt hat, bis man ehrlicher Weise zugeben muss, dass man es nicht weiß, dass man „mit seinem Latein am Ende ist“…. Da entsteht eine Leere, in der weder Frage noch Antwort ist, wo noch nicht einmal mehr ein Gedanke auftaucht, weil man gar nicht mehr weiß worüber man eigentlich nachdenken soll. Das ist der Raum von absolutem Frieden, weil nichts auftaucht, was Unfrieden erzeugen könnte. Das ist auch die Stille, das plötzliche Abhanden-kommen von kausalem Inhalt, kein Gespräch mehr im Kopf… da ist einfach nur noch Sein und reine Wahrnehmung.

An diesem Ende von Frage und Antwort stellt man fest: Ok, diese Erde ist nicht zu retten,

…weil man sie nicht retten muss!

Die Erde erscheint in diesem Moment als Bühne, die die Natur als „Grund-Setting“ mitbekommen hat, die aber ansonsten einfach leer ist und auf der wir spielen dürfen was wir wollen. Wenn wir also entscheiden ein Drama zu spielen, indem wir Menschen an den Rande des Abgrunds geraten und Retter-Seelen auftauchen die das Blatt wenden – dann wird das so sein.

Wenn wir entscheiden einen Psychothriller zu spielen, indem es „Mister Unbekannt“ in einem Verschwörungs-Szenario gibt, der in einem undurchschaubaren Netzwerk die Erde ausbeutet, – dann wird auch das so sein…. usw. usw. usw.

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Die Einleitung von dem Artikel ist ein Szenario, ist -wie ich geschrieben habe- ein Feld! Das heißt ganz konkret, es ist nicht wirklich die Wahrheit, aber trotzdem existiert es. Wenn man so den ein oder anderen Gesprächen lauscht, stellt man fest, dass dieses Feld ziemlich real ist! Genauso wie die Idee von Verschwörungs-Thriller und Rettungs-Drama sehr reale Felder sind.

Worauf ich hinweisen möchte, ist:
Wir wissen es nicht! Und vielleicht ist es auch gar nicht wichtig es zu wissen, denn wie oben beschrieben würde der Versuch es herauszufinden nur dieses Frage- und Antwort-Spiel aufrecht erhalten, womit wir genau diese Felder erzeugen, über die wir mehr wissen wollen…. Ausserdem lenken wir uns mit dieser Beschäftigungs-Therapie völlig davon ab, den Raum des „Nicht-Wissens“ zu betreten um wirklich kreativ unsere Welt zu gestalten.

Wir sind tatsächlich die Verursacher unserer Realität auch wenn in meinen Augen die mentale Erzeugung von „persönlichem Erfolg“ viel zu klein gedacht ist, weil wir neben unserer Individualität gleichzeitig das Kollektiv sind.

Ursache und Wirkung existieren trotzdem und sind sehr real! Nur, dass es nicht darum geht, ganz bestimmte Wirkungen zu erzeugen, sondern über die Erscheinungen abzulesen in welchem Spiel wir uns gerade befinden. Wir wechseln einfach die Bühne und stellen fest:
Diese Erde ist nicht zu retten… weil man sie nicht retten muss…

…und weil man sie nicht retten kann!

Wenn man das jetzt zu Ende denkt, dann wird man erkennen, dass man genau in dem Moment, in dem man die Welt retten möchte, sich an diesem Spiel von Ressourcen-Knappheit beteiligt und in die Ebene von Richtig und Falsch geht und unweigerlich in dem anfänglich beschriebenen Feld von Wut und Machtlosigkeit landet…

Die etwas provozierende Einleitung war also auf eine Art tatsächlich ernst gemeint. Zu Ende denken heißt für mich die Erkenntnis, dass diese Erde tatsächlich nicht zu retten ist, weil wir uns über diesen Versuch immer tiefer in das „Unrettbare“ hineinreiten, weil wir genau dieses dualistische Bild bedienen, also genau auf dieser Bühne mitspielen.

Konsequenzen ziehen heißt: Ich klink mich immer wieder aus, aus dem nagenden Frage- und Antwort-Spiel und lasse mich ein auf den Raum des Nicht-Wissens, um dann meinen Impulsen und meiner Freude zu folgen und ein Leben in innerem Frieden in die Welt zu tragen. (Gleich dazu gesagt: Man kann auch mit seinem „Unfrieden“ im Frieden sein… Aber das wird wieder ein anderer Artikel.)

Und nicht zu Letzt: Die wirtschaftliche Ignoranz und persönliche Bequemlichkeit! Ursache und Wirkung stehen eng in Verbindung mit dem, was wir Erfolg nennen. Wenn ich etwas Bestimmtes tue, erreiche ich ein bestimmtes Ergebnis und wenn ich das zu meinem Vorteil optimiere, habe ich Erfolg. Unsere ganze Gesellschaft ist darauf geeicht. Man strengt sich also an, bis man erfolgreich ist und als „Persönlichkeit“ in der Gesellschaft anerkannt ist, um sich dann auf der teuer erworbenen Designer-Couch niederzulassen und für sich zu rezitieren: „Ich habe es geschafft“!

Wieder etwas spitz formuliert, einfach deswegen, weil all zu oft dann die Bereitschaft abhanden kommt, sich in Frage stellen zu lassen, sich auf das Feld des „Nicht-Wissens“ einzulassen und unschuldig der Bewegung zu folgen, die das Leben einem anbietet.

Ich weiß genauso wenig was richtig und was falsch ist! Gott sei Dank!
Aber ich möchte auffordern immer wieder zu hinterfragen: Auf welcher Bühne spiel ich eigentlich gerade? Welche Wirkung verursache ich gerade? Möchte motivieren weiter zu denken und Zusammenhänge zu erkennen. Wir sind die Erde, wir sind die Welt in der wir leben… Unser Sein generiert sich aus dem leeren Raum und nur deshalb hat die Menschheit eine Chance!

Es braucht keine Zeit, um unser Sein zu Wandeln – das geschieht ja immer jetzt! Es braucht auch keine Anstrengung, um die drohende Erschöpfung abzuwenden, wir müssen nur einfach mal aufhören uns anzustrengen….

Wie gefragt: „Auf welcher Bühne spielst Du gerade“

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Mit Pause ist eine Lücke gemeint, die man einfach durch "Nichts-Tun" entstehen lässt. Das können Tage und Wochen sein, oder auch Sekunden-Bruchteile.... Es ist der kurze Moment indem ich mein "Glas" leere damit es neu "erfüllt" werden kann und die Inspiration die ich im Moment brauche hineinfließt.

Im Falle dieses Podcasts ist die Pause ein paar Wochen lang... um den "Kurs" der Reise neu auszurichten und neue inspirative Ideen einfließen zu lassen...

Ich freue mich darauf, Euch Anfang Oktober wieder begrüßen zu dürfen!
Herzlich, Christian

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