Die Ahnenfelder

von | 04.11.2018 | Wesenhaftigkeit | 0 Kommentare

Im Herbst, Anfang November, Samhain im keltischen Jahreskreis, Allerseelen und Allerheiligen in der christlichen Tradition oder Halloween, nicht nur ein gruseliges Kostüm-Fest umranken dieselben Tage, an denen die Zugänge zur Astralwelt „dünn“ sind und die Tore zu den Ahnen-Welten offen.

Erinnerung
Eindeutig, der Jahreskreis, die religiösen und spirituellen Feste und die Jahreszeiten-Zyklen haben was mit der Zeit-Qualität zu tun – warum wohl?
Es muss eine Form von Erinnerung und Wiederholung geben, die es möglich machen das, sich ständig verändernde, Leben in immer wiederkehrenden Zyklen erlebbar und nachvollziehbar zu machen.

Es ist auch die Erinnerung, die es mir möglich macht, überhaupt diese Zeilen zu schreiben – sonst gäbe es im Moment „nur“ sinnenhafte Wahrnehmung und meine unmittelbare Aktion, die sich aus dem unmittelbaren Erleben generiert. Damit aber dieser Text überhaupt verstanden werden kann, muss es eine Vergleichs- und Unterscheidungs-Möglichkeit geben – sonst wären die Worte einfach nur aneinander gereiht, ergäben aber keinen nachvollziehbaren Sinn….

Wissen und Erfahrung
Und schon sind wir wieder mitten drin im Thema. In meiner Wahrnehmung gibt es ein Wissensfeld, in dem alles Wissen gespeichert ist – (sonst gäbe es keine Eingebung, keine plötzlichen Einfälle) und es gibt ein Erfahrungsfeld in dem alle Erfahrungen die je gemacht wurden und alle Erlebnisse die sich daraus entwickelt haben, gespeichert sind – sonst gäbe es keine Geschichte, keine Psychologie und keine Wiederholung wie die Jahreszeiten….
…und es gäbe keine Erkenntnis.

Erkenntnis
Das ist für mich der Dreh- und Angelpunkt, warum wir mit dieser Last der Erinnerung ausgestattet sind, warum wir in diesem aufwendigen Konstrukt „Zeit“ existieren und letztlich alles der Vergänglichkeit unterworfen ist. Es braucht Kontinuität, Veränderung, Möglichkeit und Unmöglichkeit, Anfang und Ende, damit wir bewusst daran teilnehmen können und das Bewusstsein sich seiner selbst gewahr werden kann. Das Szenario selbst hat quasi zweitrangige Bedeutung.

Die Ahnen
Weit ausgeholt, um endlich zum Thema zu kommen:
Vor allem in den Natur-Religionen und archaischen Weisheitslehren spielen die Ahnen eine wichtige Rolle. Sie sind die wesenhafte und individuelle Erinnerungsdatenbank. Ein „Gehirn“ des Erlebten, das wie ein Netzwerk verwoben ist und Verknüpfungen jeder erdenklichen Art zulässt. Gleichzeitig kann punktuell ein Geschichtsdetail abgefragt werden, um in Zeiten des Zweifels Antwort zu finden und zu erkennen, was die Aufgabenstellung und was die Qualität im persönlichen Erleben gerade ist.

Die Pforte
Die leiblichen Eltern sind quasi die verkörperte Pforte in die Ahnenfelder, da sich die persönliche Individualität im Sichtbaren aus den Vorgaben der weiblichen und männlichen „Linie“ der Eltern zusammensetzt. Linie hier in Anführungszeichen, weil natürlich Vater und Mutter auch eine weibliche und männliche Ursprungs-Konfiguration haben. Man müsste also von dem elterlichen Netzwerk sprechen und nicht von den Linien.

Das Netzwerk
Jeder Mensch ist dann die Summe – oder besser: die Hochrechnung aus den vorangegangenen Ahnen-Netzwerken. Deshalb ist Entwicklung möglich, weil wir auf alle schon gemachten Erfahrungen unseres eigenen höchst individuellen Netzwerks zurückgreifen und es als Ressource nutzen können.

Geschichte oder qualitativer Inhalt
Ein Problem, das in der heutigen Zeit auftaucht ist, dass wir uns zu sehr auf die Geschichte der Vergangenheit beziehen, anstatt auf den qualitativen Inhalt. Dadurch entstehen „psychologische Probleme“ die die volle Aufmerksamkeit auf sich ziehen und von der Qualität, die sich in den Erfahrungen verbirgt, ablenken. Wenn also beispielsweise ein Kind ohne Vater aufgewachsen ist, dann kann man sich auf den „Mangel“ an väterlicher Unterstützung beziehen und feststellen, dass das irreparabel ist, also eine unveränderbare Unvollständigkeit, oder man kann sich auf die Qualität beziehen die sich durch diese einschneidende Erfahrung im Kind oder besser in diesem Menschenleben daraus entwickelt hat.

Der Wendepunkt
Der Wendepunkt in der Betrachtung ist der Schmerz: Solange wir versuchen, den Schmerz bzw. die Gefühle die mit der Erfahrung einhergehen zu vermeiden, solange halten wir uns selbst in diesem Mangelbild. Es entsteht eine endlose Suche nach der Verantwortlichkeit in der Geschichte, die erst dann ein Ende hat, wenn wir verzweifelt aufgeben und gezwungener Maßen fühlen was gefühlt werden will. Das ist wie eine Schwelle, die wir überschreiten und damit der Ahnen-Welt die Erlaubnis geben, unterstützend wirksam zu werden.

Wir haben dann die Möglichkeit, auf das potentielle Netzwerk, auf unsere gesamte, höchst individuelle Ressource zurück zu greifen und Möglichkeiten und Fähigkeiten in uns wahrzunehmen, die durch die mangelhafte Unvollständigkeit der Geschichte überdeckt waren.

Bindung
Als Mensch haben wir die Tendenz, uns an den persönlichen Begegnungen festzuhalten. Das heißt, wenn man über die Ahnen spricht, dann ist oft die persönliche Erfahrung – Liebe oder Ablehnung – mit beispielsweise den Großeltern gemeint, also mit der beseelten Menschen-Form. Das ist aus dem menschlichen Gefühlsleben heraus auch völlig verständlich, weil da ja die direkte Erfahrung verwurzelt ist. Wir kommen aber deswegen so stark in die Berührtheit, weil es beseelte Wesen sind und über die Seelen-Begegnung immer die Erinnerung an unser ewiges Sein und die Liebe mitschwingt.

Wenn wir also an den Großeltern festhalten – ich bleibe bei diesem Beispiel – dann halten wir mehr oder weniger an der Seele fest. Tatsächlich ist es möglich, die Seele an das Irdische zu binden über – wieder – die Vermeidung des Abschieds-Schmerzes und dem Anhaften an die Mangel-Geschichte. Der Reichtum des Ahnen-Potentials eröffnet sich dann, wenn die Seele verabschiedet wurde, die Geschichte aber völlig angenommen ist. Damit ist die Seele frei und das wesenhafte Ahnen-Netzwerk kann aktiv werden.

Wesenhaft aber nicht mehr beseelt
Mit anderen Worten: Das Ahnenfeld ist wesenhaft, aber nicht mehr beseelt. Die jeweiligen Seelen haben sozusagen einen persönlichen Erfahrungs-Faden in das Ahnen-Netzwerk hineingewebt und einen persönlichen „Fußabdruck“ hinterlassen. Auf diese Weise kann so ein Ahne aufgerufen und seine Intention in seinem Leben abgefragt werden, ohne dass die dazu gehörige  Seele noch daran gebunden wäre.

Das Geschenk darin ist, dass alle Menschen auf diese Ebene Zugriff haben und die Erfahrungen der Ahnen für alle als Ressource verfügbar sind, wenn sie vom letzten Repräsentanten der Ahnenlinie in der materiellen Welt freigegeben – also wie oben gesagt durchfühlt und beendet wurden. Man kann sich vorstellen, was das für eine Tragweite hat, wenn man in Betracht zieht, dass all diese „Ahnen-Linien“ miteinander verknüpft sind.

Die „Ahnen-Linien“
Wenn also persönliche Fragen zur Vergangenheit auftauchen, dann gehe ich quasi tatsächlich auf Ahnen-Linien entlang, dorthin, wo die relevante Antwort liegt. Bildhaft stellt sich das als riesiges Netz dar, das ungeordnet gewoben ist. Ich folge einer Lichtspur die von Knotenpunkt zu Knotenpunkt an die entsprechende Stelle führt.
Ungelöste Aufgaben werden oft weitergegeben und in neue Zusammenhänge verwoben, einschneidende, kollektive Erlebnisse wie Kriege werden in unendlich viele Einzel-Aufgaben verteilt, damit der Schmerz nicht auf einzelnen Erfahrungen lastet, usw.

Der Wandel
Sprechen wir vom Wandel in eine neue Zeit, dann geht es nicht darum, die Vergangenheit aufzuarbeiten – das wäre ein endloses Unterfangen – sondern darum, die ganz persönliche Aufgabenstellung ernst zu nehmen und die darin enthaltenen Gefühlswelten zu befreien! Das hat die stärkste Wirkung, das sind bunte Lichtfarben die dann im gesamten Ahnennetzwerk über das „Strickmuster“ huschen. 
Wenn ich also Verantwortung für die eigene Erfahrungsgeschichte übernehme, arbeite ich damit automatisch an der Menschheitsgeschichte – an unseren gemeinsamen Ressourcen. In meiner Wahrnehmung ist es nur so möglich, die notwendige Wiederholung von Erfahrungen, die innerhalb eines Ahnenfelds immer weiter gegeben werden, unwirksam zu machen….

Was heißt das jetzt und was machen wir damit?
In meinen Augen ist die psychologische Verarbeitung von persönlicher Geschichte nur solange sinnvoll, bis das individuelle Geschichtskonstrukt durchschaut ist. Ab hier ist die Aufgabe, die volle Verantwortung für alle auftauchenden Erfahrungen zu übernehmen. Das wird oft verwechselt mit der „Schuld“ an bestimmten Erfahrungen: „Wenn du dich so und so verhältst, ist doch klar, dass das und das dabei herauskommt“…. Verantwortung übernehmen heißt in diesem Zusammenhang aber, nicht mehr nach dem Auslöser der Erfahrung zu suchen, sondern die Erfahrung voll und ganz zuzulassen. Das öffnet die Tür in die Gefühlswelten. Auch damit wird nichts anderes getan als zu fühlen, den gespeicherten Schmerz zu durchwandern und mit der Veränderung der Gefühle mitzugehen: vielleicht Wut, vielleicht Traurigkeit – dann Berührtheit und dann Stille… Das ist die Schwelle, an der sich die Tür in die Ahnenwelten öffnet und das, was erst Belastung war, wird zur Quelle und Ressource, zur tatkräftigen Unterstützung!

Unterstützung ja, aber für was?
Zur Entfaltung des Seelen-Potentials! An dieser Stelle berühren sich Vergangenheit und Zukunft und die Seele kann aus Ihrer eigenen Quelle schöpfen – Immer verwoben in die kollektiven Erfahrungsfelder. Also voll im Hier und Jetzt und voll und ganz auf der Erde angekommen.
Wir hören auf, unsere Möglichkeiten zu filtern und gehen Schritt für Schritt in unsere Kraft, wohl wissend, dass die geistigen Welten uns aus der Zukunft rufen und die Ahnenwelten aus der Vergangenheit unterstützen.

Auf eine beseelte Welt, voller Potential ;o)
Herzliche Grüße
Christian

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