Monokultur oder Urwald?

von | 06.01.2019 | Wandel | 0 Kommentare

Peter Wohlleben schreibt über den Wald auf wunderbare Weise und es wird deutlich, dass man den Wald einfach nur lassen muss, damit er wieder zu dem Ökosystem werden kann, das er immer gewesen ist.

Dieser Artikel entstand aus der Lektüre von Wohllebens Büchern und unmittelbaren Erfahrungen, die mich, wie so oft mit großen Fragezeichen im Kopf zurück ließen.
Es wird darin ein ganz menschliches Spannungsfeld fühlbar, das ich nicht verschweige und mich damit als einer der Menschen zeige, die da gerade auf dem Prüfstand stehen… ;o)

Die Ursache
…für die Misere ist aber der Mensch – noch nicht einmal der, sondern das Missverständnis von wirtschaftlicher Nutzung unseres Lebensraumes.

Vertrauen
Das was man von Tieren selbstverständlich erwartet, nämlich das totale Vertrauen in das Leben, das schon wissen wird, wann man gefressen wird, das scheint der Mensch nicht mehr zu brauchen. Er ist erhaben über all die Zusammenhänge und nimmt sich was er möchte, in der Menge wie er es möchte – und zu allem Überdruss – er geht mit seiner eigenen Spezies genau so um.

Scheinwelt
Er nimmt sich, was er glaubt zu brauchen… Arbeitskraft, Sex, Geld…. und erzeugt als Gegenleistung eine Scheinwelt, die sich attraktiv darstellt und die vorgaukelt, dass das Leben dann im Fluss ist.

Veränderungs-Krise
Es ist wie mit den Wäldern: Man kann die Veränderungs-Krise nicht aushalten, deswegen bleibt alles beim Alten. Man macht einfach weiter, mit ein bisschen mehr Öko und ein bisschen mehr Bio… immer mit der Ausrede, dass man ja von irgend etwas leben muss… Man also “noch” das System bedient, weil man ja garnicht anders kann und sonst nicht mehr mitspielen darf.

Das Spiel
Kaum zu glauben, dass so viele Menschen inzwischen wissen, dass sie in einem Spiel der Abhängigkeit gelandet sind und nicht den Mut haben die Bühne des Spiels zu verlassen.
Man ist gerne bereit dem Missbrauch neue Vorzeichen zu geben, aber noch kaum jemand hat den Mut einfach mal auf zu hören.

Die Rechtfertigung
Die Illusion ist, dass es zu wenig geben könnte!
Dieser Irrtum rechtfertigt einfach alles. Er rechtfertigt den Gebrauch von chemischen Düngemitteln und Pestiziden genauso wie die Antibiotika die zum einen die Hilflosigkeit in der Heilung verschweigen und zum anderen unser “Aus” besiegeln werden. Sie sind eben “Tod-Sicher”.

Regeneration
Der Mensch wird am Ende der Reihe einfach wegfallen, weil das Öko-System Erde sich regenerieren will.
Unglaublich, dass der Mensch immer noch glaubt, dass wir einfach erhalten bleiben. Oder wird das erfolgreich ausgeblendet?

Mental-Spur
Leider wird der Fehler gemacht, allein in unserem Denken die Ursache zu suchen. Die Mental-Spur ist nur ein geringer Teil unseres menschlichen Öko-Systems…

Wie oft habe ich schon gehört: “Ich muss nur noch herausfinden – in der Tiefe – was in meinem Denken noch den Erfolg verhindert…” Welchen Erfolg? Von was? Etwas, was im gleichen Denken so eine hohe Wichtigkeit bekommt, dass es in die Welt muss!?

Jetzt
Wir schaffen uns erst selbst die Probleme, die wir dann heldenhaft wieder bewältigen und werden erfolgreich abgelenkt, von dem was unser Leben eigentlich ausmacht: Das sagenumwobene “Jetzt“.

Wer (ver)traut sich…
…denn wirklich ganz “Jetzt” zu sein? Wie oft habe ich schon Diskussionen verfolgt, die sich über das Jetzt ereifern und mit großer Begeisterung davon sprechen, dass das Jetzt der einzige lebbare Moment ist…
Wie absurd, darüber zu diskutieren.

Diskussion…
…ist nichts anderes als Ursache-Wirkung: Ein Argument löst ein anderes Argument aus und erzeugt im nächsten Moment das nächste Argument. Es ist aber einfach nicht wahr, dass das im Moment geschieht. Es ist der Gedanke der, durch den Moment ausgelöst, in die Zukunft vorauseilt und während des Hörens schon neue Sätze formuliert.
Es ist also nicht der Moment, sondern das Spannungsfeld zwischen Vergangenheit und Zukunft, das das Berührt-sein im Jetzt vermeidet.

Betroffenheit
Nochmal die Frage: Wer traut sich denn wirklich ganz im Jetzt zu sein und diesen Gefühlen nicht auszuweichen.
Diese Betroffenheit, die da entsteht, weil man zugeben muss, dass man – wenn auch noch so subtil – energetisch am herum-zerren ist, will doch keiner fühlen!

Der Krümel
Es geht dabei doch um nichts anderes, als eben diesen einen Krümel von dem letzten Stück Kuchen abzubekommen – weil wir doch spirituell darüber stehen und sich keiner mehr sagen traut, dass man am liebsten die Sahne herunter schlecken möchte.

Über-lassen
Zurück zu Peter Wohlleben, den ich wirklich sehr schätze, der durch seine Beobachtungen und durch seine Aufmerksamkeit zu dem sehr wichtigen Schluss kommt, dass die Natur sich selbst überlassen werden muss, damit das Öko-System erhalten bleibt und der Mensch – so wie jedes andere Wesen der Natur – sich einfügen sollte. Auch wie alle anderen dürfen wir uns nehmen, was wir brauchen um zu leben – immer Jetzt – und wir dürfen genauso wieder die Finger davon lassen, wenn es am Ende nur noch darum geht, die Zahl auf dem Konto größer werden zu lassen.

Brauchen
Mal ehrlich: was ist das, was wir brauchen? Diese Frage möchte ich nicht beantworteten, diese Frage möge sich jeder selber stellen… Das kann man leider niemandem ersparen!

Vermeiden
Wieviel dient dazu dieses “Jetzt” zu vermeiden? Wieviel dient dazu, die Gefühle, die durch das “Jetzt” ausgelöst würden, zu vermeiden? Wieviel dient dazu diese Langeweile zu vermeiden, wenn das Jetzt gerade keine Ereignisse bietet?

Bei uns Selbst…
Den Wald sich selbst überlassen fängt an einer Stelle an, an der wir nicht mehr darüber diskutieren sollten… Bei uns selbst!

Eintauchen, Ja sagen, bereit sein, Mut haben, Begegnung zulassen, Bedürfnisse hinterfragen, Inne-halten, nicht mehr fest-halten, den Tod ins Leben holen, die Natur als Beispiel nehmen, sich selbst als Mensch erkennen, unsere Magie nicht mehr verschweigen und zugeben, dass diese Welt nichts anderes tut, als unsere Schöpfung darstellen….

Die Kosten
Worüber diskutieren wir dann noch? Kann man herausfinden wie man am besten zum Erfolg kommt, wenn es um den Erfolg garnicht geht?
Die Wirtschaftswelt fordert Wirtschaftlichkeit! Wer da mitspielen will, muss auch die Kosten dafür bezahlen – meistens bezahlt man mit seinem Leben dafür…

Mono-Kultur
Wenn man das fertig denkt, was sind wir dann? Sind wir nicht selber wie der Fichtenwald in Mittel-Europa? Sind wir nicht genauso eine Monokultur, die dicht gedrängt nebeneinander steht und eigentlich zu schwach ist wirklich in seine Größe zu wachsen? Von dem Abgesehen, dass unser Standort zu “trocken” und zu “warm” für unsere Spezies ist.

Wer
Wer bitte ist dann unser Förster? Wer ist das Forstamt, das Bestimmungen herausgibt? Wer bringt da die Wirtschaftlichkeit ins Spiel und wer sagt uns, dass wir nur auf eine bestimmte Art und Weise wachsen können?
Jeder möge diese Metapher auf seine Weise an sich heran lassen!
Was heißt das dann, wenn wir sagen, wir überlassen die Natur sich selbst?

Urwald
Ist unsere Sehnsucht nicht, selber der Urwald zu sein? Uns selbst überlassen zu sein, damit sich das Gleichgewicht wieder einpendelt? Damit wir in unsere Größe hineinwachsen können – in unserer ur-eigenen Geschwindigkeit! Damit wir diese Einzigartigkeit leben können, die auch gleichzeitig unser größtes Risiko in sich birgt: die Unvergleichlichkeit…

Wer also überlässt wem, was?
Überlassen – Lassen
Wir sind die Welt!

Herzlich
Christian

Mediale Einzelsitzung

> von der Mono-Kultur zum Urwald – Mensch-Sein

 

Blog abonnieren

Blick in eine andere Welt
Unbeantwortete Frage

Unbeantwortete Frage

Wir bewegen uns auf eine neue Zeit zu, ob wir das annehmen wollen oder nicht. Neu heißt auch tatsächlich neu - also sie kommt aus dem Unbekannten (Gott sei dank) und sie geht ins Unbekannte. Alles was wir kennen, hat auf eine bestimmte Weise ausgedient und wird an vielen Stellen schon als endlich durchschaut… an anderen Stellen aber noch nicht! ...
Lesen Sie mehr